Infem
{ Verein } { Werkstatt } { Links } { Impressum }

Prekarisierung

Prekäre Lebens- gehen meist mit atypischen Beschäftigungsverhältnissen einher: Teilzeit- und Leiharbeit, Freie Dienstverträge, geringfügige Beschäftigung und die sogenannten Neuen Selbständigen (Ich-AGs). Abgesehen vom Bereich der Leiharbeit - und auch hier ist die Tendenz stark steigend - sind zum überwiegenden Teil Frauen bzw. Migranten/-innen atypisch beschäftigt.
Über Brüche in der Erwerbsbiografie und inadäquates Einkommen führt dies meist zu heiklen Strukturen in jeglichen existenziellen Aspekten. Lebensentwürfe sind schwer zu planen bzw. mit prekärer Beschäftigung kaum vereinbar. Das betrifft nicht zuletzt das Problem, der finanziellen Verantwortung im Falle von familiären Verpflichtungen längerfristig und garantiert nachkommen zu können.

Doch Prekarisierung reicht bereits in die sogenannten Regelarbeitsverhältnisse hinein: Laut AK Wien verschlechterte sich die Lage der unselbständig Beschäftigten gravierend: aufgrund schwachen Lohnwachstums und sinkender Beschäftigungsdauer. So können von den rund 3,4 Millionen Erwerbstätigen 8% als "working poor" bezeichnet werden: Frauen bzw. Migranten/-innen sind am stärksten von Prekarisierung betroffen, Frauen zwischen 20 und 39 Jahren weisen ein Armutsrisiko von 16% auf, bei Migranten/-innen liegt der Anteil sogar doppelt so hoch.

Auch im akademischen Bereich, vor allem bei den freien (Nachwuchs)Wissenschaftlern/-innen spielt Prekarisierung eine große Rolle. Fehlende institutionelle Einbindung, geringe Entlohnung und mangelhafte Nachwuchsförderung gelten hierfür als Gründe. Und auch außerhalb des Wissenschaftsbetriebs haben Akademiker/-innen nach Anschluss ihres Studiums Schwierigkeiten, einen sozial abgesicherten Beruf zu finden und müssen derartige Jobs annehmen, um überhaupt den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen.

in{ }fem verschreibt sich einerseits der Erforschung des Phänomens der zunehmenden Prekarisierung, andererseits wollen wir uns als freie Wissenschaftlerinnen dagegen zur Wehr setzen und schaffen uns - als ersten Schritt - im Rahmen des Vereins unsere eigene institutionelle Verortung.

{ zurück }